|
Nerja
Nerja liegt östlich von Málaga, am Fuße des Almijara Gebirges und bildet den östlichsten Punkt der Provinz Malaga. Früher
wurden hier Zuckerrohr, Südfrüchte und Gemüse angepflanzt,
heute sieht man immer noch die unter riesigen Plastikplanen angepflanzten Gemüsesorten, die sowohl für die Abnehmer an der Küste wie auch
für den Export nach Nordeuropa bestimmt sind. Hier arbeiten viele ausländische
Arbeiter, insbesondere Afrikaner, die sonst keine Arbeitsstelle finden würden. In den letzten Jahren wuchs der Ort beständig durch den Zustrom
von Touristen an. Insbesondere aus Deutschland, wohl weil der Ort auch im Sommer so herrlich grün ist und den deutschen Landschaften ähnelt.
Von Nerja aus ist der wunderbare Aussichtspunkt „Balcón
de Europa“ zu erreichen, einer der schönsten der Costa del Sol. Aber noch viel sehenswerter ist die Grotte von Nerja, die angeblich über
zwanzigtausend Jahre alt sein soll. Sie wurde 1959 von spielenden Kindern entdeckt und ist heute ein Anziehungspunkt für Urlauber. Sie liegt ca.
5 km von Nerja entfernt und lädt die Jugendlichen des Ortes in den Sommermonaten zu Tanz- und Folklorefesten ein.
Torrox
Ein ebenso bekannter Ort ist Torrox, mit seinen ca. 14.000 Einwohnern ca. 50 km östlich von Málaga gelegen.
Selbstverständlich
hat dieser
Ort auch einen schönen sehenswerten Sandstrand und ist somit auch ein Anziehungspunkt für Urlauber,
insbesondere
aus Deutschland
und mehr noch aus England. Hier kann man auch die riesigen Felder sehen, die mit ebenso großen Plastikplanen bedeckt sind. Dies ist notwendig,
da der schroffe Wind die Ernte ansonsten schnell zerstören würde.
In den Bergen bietet
sich das übliche Bild von Andalusien, es steht ein Olivenbaum neben dem anderen. Im 18. Jahrhundert soll es hier eine staatliche Münzherstellung
gegeben haben.
Heute ist Torrox ein kleiner ruhiger aber dennoch beliebter Touristenort, an dem man noch zu normalen Preisen speisen und die andalusische
Lebensweise betrachten kann.
Torre del Mar
Dieser Ort mit seinen ca. 12.000 Einwohnern liegt 38 km östlich von Málaga direkt an der Mündung des Flusses Velez. Dadurch ist Torre del Mar auch herrlich
grün in den Sommermonaten. Hier herrscht ein besonderes subtropisches Klima vor aufgrund der weit ausgedehnten Ebene, in der sich der Ort befindet, so dass auch Zuckerrohr,
Avocados, Mangos, Papayas und viele andere Südfrüchte hier angebaut werden. Ebenso wie in den Nachbarorten werden diese Früchte unter
großen Plastikplanen angebaut, um die Früchte und das Gemüse vor dem ständigen Wind zu schützen.
Noch bis in die 60er Jahre des vergangenen
Jahrhunderts lebte dieser Ort vom Fischfang und dem Anbau von Früchten und Gemüse, teilweise für den Export nach Nordeuropa
bestimmt. Heute ist er ein Anziehungspunkt für Urlauber, die eine gepflegte Atmosphäre, die schöne Strandpromenade und einen geruhsamen Urlaub zu schätzen wissen. Für die Urlauber wurden Apartmenthäuser
und kleine Hotels erbaut. Hier kann man noch einen Teil des typisch andalusischen Lebens mit erleben.
Rincón de la Victoria
Auf unserer Rückreise von Nerja treffen wir kurz vor Málaga in Rincón de la Victoria ein. Der Ort grenzt mit seinem Ortsteil La Cala de Moral nahezu unmittelbar
an Málagas Stadtteil El Palo und wird von daher auch gern das Tor zur Axarquía genannt, welche ein Teil der Provinz
Málaga ist und bis zur Provinzgrenze nach Granada reicht.
Rincón de la Victoria ist ein Fischerdorf aus dem letzten Jahrhundert, welches sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Metropole, vor allem des inländischen
Tourismus entwickelt hat. Viele spanische Familien aus Madrid, Sevilla oder Córdoba besitzen hier Ferienwohnungen und verbringen die Sommerferien
bzw. die Feiertage um Ostern oder Weihnachten hier. Der angenehme Sandstrand von Rincón de la Victoria lädt auch die Malageños am Wochenende
zum Verweilen ein. Sie kommen mit der ganzen Familie und verbringen das Wochenende am Strand mit Baden und Grillen. Wer Mitte Juli die Ortschaft besucht,
sollte den Festtag der „Virgen del Carmen“, der Schutzheiligen der Fischer nicht versäumen.
Sehenswert in Rincón ist ein altes
Castillo, in dem auch regelmäßig Kunstausstellungen zu besichtigen sind. Auch die Höhle von Rincón, die Cueva del Tesoro, ist unbedingt einen Besuch wert. Wer auf dem Paseo Marítimo seine Spaziergänge
macht, sollte es nicht versäumen, seinen Schritt in den recht ursprünglich erhaltenen Teil des Fischerdorfes
zu lenken, wo die Leute gerade an den langen und heißen Sommerabenden das Leben mehr vor den Häusern,
als in den typisch kleinen und engen Fischerhäusern verbringen.
Der Paseo Marítimo war früher die ein Teil der Strecke der Zugverbindung von Málaga in die Axarquía.
Dieser ist heute wunderbar als Uferpromenade ausgebaut und reicht durch die ursprünglichen Eisenbahntunnel
bis in den Ortsteil von La Cala de Moral. Wer einen kleinen Spaziergang bis La Cala durch die Tunnel machen möchte, sollte es nicht versäumen, den Rückweg über die Klippen zu nehmen. Dieser
Weg verläuft parallel zum Paseo Marítimo, ist ebenfalls wunderbar als Wanderweg ausgebaut und bietet einen herrlichen Blick über die
Bucht von Málaga bis hinüber nach Torremolinos.
Rincón de la Victoria ist etwas für denjenigen Urlauber, der das Ursprüngliche,
das Andalusisch gebliebene sucht, ein Ort der gelebte Geschichte vermittelt und sich auch in der Gegenwart seiner andalusischen
Art treu bleibt.
|